Startseite Stichwortverzeichnis Was ist neu? Deutsch - Englisch Englisch - Deutsch Impressum Gästebuch www.mapcar.de www.tortours.de
To the english pages

Abbildungsmaßstab Asphärische Linsen Brennweite Lichtstärke Makrofotografie Objektiv Schärfentiefe Verzeichnung Vignettierung

Hier kannst die Seite bei Fotos.de bewerten!

Abbildungsfehler


Gewisse Abbildungsfehler sind leider schon in den Gesetzen der Optik festgelegt, sie treten schon bei einer einzelnen Linse auf. Z.B. lassen sich schon bei einer einlinsigen Lupe gewisse Fehler wie Unschärfe und Verzeichnung im Randbereich, Farbsäume usw. beobachten. Durch den Einsatz mehrerer Linsen lassen sich diese Fehler gegeneinander ausgleichen: Eine zwei- oder dreilinsige Lupe (z.B. ein Achromat) bringt wesentlich bessere Ergebnisse als eine einlinsige. Natürlich sind solche Lupen dann auch entsprechend teurer.

Dass festbrennweitige Objektive überhaupt mehr als eine Linse haben, ist also den Abbildungsfehlern bzw. deren Beseitigung oder Minderung zu verdanken. Bei Zoomobjektiven ist die Sachlage etwas anders: Dort muss die variable Brennweite über Linsenelemente realisiert werden, die sich beim Verstellen der Brennweite gegeneinander bewegen.

Dies soll keine wissenschaftliche Abhandlung über die Abbildungsfehler werden. Ich möchte lediglich einige der möglichen Bildfehler nennen und ihre Wirkungsweise und die Ursache kurz beschreiben, damit man sich von evtl. auf Fotos auftretenden Mängeln ein Bild machen kann. Oft sind die Abbildungsfehler unter normalen Umständen nicht sichtbar, sie treten erst hervor, wenn Bilder unter besonderen Umständen gemacht werden (z.B. Architekturfotografie, Nachtaufnahmen, Makrofotos).

Verzeichnung und Vignettierung werden in gesonderten Kapiteln behandelt, da sie von enormer Wichtigkeit sind und auch unter allen Umständen auftreten, nicht nur unter besonderen.


Beugung

Die Beugung ist eigentlich kein Abbildungsfehler von Linsen oder Objektiven im eigentlichen Sinne, sondern ein physikalisches Phänomen, mit dem wir dann zu tun haben, wenn die Blende weit geschlossen wird. Das Licht wird an den Kanten der Blendenlamellen gebeugt. Die Wellen des Lichts verhalten sich da übrigens genau wie die Wellen auf dem Wasser. Die Grafik macht deutlich, wie die Wellen sich verhalten. Es bleibt dem Betrachter der Grafik überlassen, ob er Lichtwellen sieht, welche die Blende eines Objektivs passieren, oder ob er Wasserwellen sieht, die sich durch die Öffnung einer Hafenmauer fortpflanzen.



Beugung
Beugung



Im Gegensatz zu anderen Bildfehlern tritt Beugung nicht bei offener, sondern bei geschlossener Blende auf. Bei der Fotografie mit großen Entfernungen spielt sie keine praktische Rolle. Im Makrobereich ist ihr Einfluss aber sehr bedeutend. Je größer der Abbildungsmassstab wird, umso kleiner wird der Bereich der Schärfentiefe. Es ist also eine Tendenz dazu vorhanden, immer stärker abzublenden, um die sowieso äusserst geringe Schärfentiefe wenigstens noch ein bisschen auszudehnen.

Aber genau da kommt auch noch die Beugung ins Spiel, die zu stark abgeblendete Aufnahmen flau aussehen lässt. Bei einem Abbildungsmasstab von 1:1 ist z.B. mit Blende 16 schon das Optimum erreicht! Weiteres Abblenden auf 22 oder 32 vergrößert zwar die Schärfentiefe weiter, setzt aber die Bildqualität insgesamt herab. Dieses angesprochene Optimum nennt man übrigens 'Förderliche Blende' - sie ist mit einer einfachen Formel für jeden Abbildungsmassstab zu errechnen.


Sphärische Aberration

Unter diesem Namen versteht man die Tatsache, dass bei Linsen mit kugelförmiger Oberfläche diejenigen Lichtstrahlen, die durch den Außenbereich der Linse gehen, nicht genau den (theoretischen) Brennpunkt der Linse treffen. Dieser Abbildungsfehler lässt sich sehr gut durch den Einsatz von asphärischen Linsen, die zu diesem Zweck einen parabelförmigen Querschnitt haben müssen, ausgleichen.



Sphärische Aberration
Sphärische Aberration



Da der Fehler nur durch randnahe Lichtstrahlen verursacht wird, läßt er sich durch Abblenden reduzieren, denn die Wirkungsweise der Blende besteht ja darin, die Öffnung mehr oder weniger zu verkleinern und das einfallende Licht nur noch in der Mitte durchzulassen. Beim vollständigen Abblenden verschwindet der Fehler nahezu vollständig. Bei sogenannten 'Weichzeichner-Objektiven' wird die sphärische Aberration bewusst eingesetzt, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Oft gelingen Porträt-Aufnahmen ganz hervorragend mit alten Objektiven, die noch aus Zeiten stammen, als die Kunst der optischen Korrektion noch nicht so weit entwickelt war wie heutzutage. Die sphärische Aberration ist also nicht nur Abbildungsfehler, sondern kann auch dazu geeignet sein, bei Porträts kleine Hautunebenheiten verschwinden zu lassen und einer Aufnahme etwas mehr Romantik bzw. Wärme zu verleihen. Knackscharfe Objektive sind bei Porträtfotografen nicht immer das Mittel der Wahl.

Chromatische Aberration

Die Chromatische Aberration entsteht dadurch, dass eine Linse das Licht in seine Bestandteile zerlegt (Regenbogenfarben). Lichtstrahlen, die durch den Linsenrand gehen, treffen je nach Farbe etwas vor oder knapp hinter dem Brennpunkt der Linse auf die optische Achse. Die Wirkung sind dünne Farbsäume an Konturen (gut zu beobachten bei billigen Ferngläsern oder -rohren). Auch die Chromatische Aberration lässt sich durch Abblenden vermindern oder zum Verschwinden bringen. Von beiden hier genannten Formen der Aberration betroffen sind vor allem lichtstarke Objektive. Nicht betroffen sind jedoch Spiegelobjektive.



Chromatische Aberration
Chromatische Aberration



Die Chromatische Aberration lässt sich - wie oben beim Beispiel der Lupe beschrieben - durch die Verwendung von Achromaten bzw. Apochromaten korrigieren. Achromaten sind verkittete Gruppen aus zwei Linsen, deren Chromatische Aberration sich gegenseitig aufhebt. Besteht eine Gruppe aus drei Linsen, von denen jeweils eine für die Farben rot, grün und blau zuständig ist, spricht man von einem Apochromaten. Der Hinweis 'APO' auf einem Objektiv deutet darauf hin, dass der Hersteller sich um die Korrektion der Chromatischen Aberration bemüht hat. Diese Bezeichnung steht aber unter keinem Schutz oder ähnlichem, sodass es letztendlich jedem Hersteller überlassen bleibt, welche Maßnahmen wirklich hinter dem Kürzel 'APO' stecken.


Koma

Die Koma, auch Asymmetriefehler gennant, verdankt ihren Namen dem folgenden Phänomen: Schräg auf eine Linse auftreffende Lichstrahlen verstärken noch einmal die sphärische Aberration. Die Lichtpunkte werden nicht mehr kreisförmig oder als runde Unschärfe-Scheiben, sondern einseitig auslaufend abgebildet (kometenförmig). Der Kometenschweif ist dabei immer vom Bildmittelpunkt weg ausgerichtet und fällt insbesondere in den Bildecken auf, da hier der Abstand zur Bildmitte am größten ist. In der Bildmitte selbst ist von der Koma nichts zu merken. Auch die Koma kann durch Abblenden reduziert werden. Gut zu sehen ist dieser Fehler bei Astroaufnahmen, bei denen einfache Objektive weit geöffnet verwendet wurden.