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Objektiv Schärfentiefe

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Irisblende


Wozu die Blende gut ist, was sie bewirkt, wie die Blendenreihe festgelegt ist ... all das wird unter dem Stichworten 'Blende' und 'Schärfentiefe' erläutert. Dieses Kapitel widmet sich mehr der praktischen Realisierung des Blenden-Mechanismus: Wie funktioniert die Blende?

Jedes Objektiv hat eine eingebaute Irisblende. Ist die Blende vollständig geöffnet, kann die maximale Lichtmenge ungehindert durch das Objektiv auf den Film gelangen. Über einen Dreh-Mechanismus kann die Blende aber mehr oder weniger geschlossen werden. Durch das Schließen der Blende verlängert sich die notwendige Belichtungszeit, und die Schärfentiefe wird größer.

Objektive mit manueller Blendeneinstellung haben außen einen Ring zum Drehen, mit dem die Blende in ganzen oder halben Stufen geschlossen werden kann. Bei den neuen Autofokus-Kameras und -objektiven von Canon z.B. fehlt dieser Ring vollständig. Hier wird die Blende über die Kamera vorgewählt und im Augenblick des Auslösens durch einen kleinen Elektromotor kurzfristig auf den vorgewählten oder gemessenen Wert geschlossen. Der Drehring ist auch hier vorhanden, er sitzt allerdings im Inneren des Objektivs und kann von außen nicht betätigt werden.



Schematische Darstellung der Lamellen einer Irisblende

Trotzdem ist die Funktionsweise gleich: Durch die Drehung werden die Blendenlamellen nach innen geschwenkt. Die Öffnung bleibt annähernd kreisförmig, wird aber kleiner. Die einfachsten Konstruktionen haben 5 oder 6 Lamellen - auf manchen Fotos kann man die Lamellenzahl genau ablesen, da Spitzlichter im unscharf aufgelösten Hintergrund nicht ganz rund, sondern eben fünf- oder sechseckig abgebildet werden.



Ein Beispiel für eckige Unschärfen im Hintergrund

Aufwändigere Irisblenden können erheblich mehr Lamellen haben. Als Beispiel seien hier manche Objektive von Meyer-Görlitz genannt, die bis zu 27 Lamellen hatten und nahezu perfekt runde Unschärfen erzeugen. Diese Objektive sind noch sehr günstig gebraucht zu haben. Auf eine automatische Springblende muß man dann allerdings verzichten.



Die kreisrunde Irisblende im Pentacon 5,6/500 (von Meyer-Görlitz hergestellt)
für die Pentacon Six - Mittelformatkamera.

Eine automatische Springblende liegt dann vor, wenn man die Blende vor der Aufnahme einstellt, diese aber erst zum Zeitpunkt der Aufnahme kurzfristig geschlossen wird. Dies ermöglicht das Einstellen bei offener Blende und dadurch bedingt hellem Sucherbild. Allerdings kann so die Schärfentiefe nicht vor der Aufnahme kontrolliert werden, es sei denn, die Kamera oder das Objektiv hat eine Abblendtaste.

Neuzeitliche Objektive haben (unabhängig davon, ob die Blende manuell oder elektrisch geschlossen wird) immer eine automatische Springblende. Aber auch mit älteren Objektiven kann man gute Fotos machen. Hier fehlt dann aber oft die mechanische Kopplung zwischen Kamera und Objektiv (ein kleiner Hebel oder Stift am Bajonett), die für das automatische Schließen der Blende nötig ist. In diesem Fall wird die Entfernung bei geöffneter Blende eingestellt, dann muß der Blendenring gedreht werden, um die Blende auf den gewünschten Wert zu schließen. Das Sucherbild dunkelt sofort ab - aber man kann jetzt die Schärfentiefe kontrollieren. Erst jetzt kann ausgelöst werden.

Diese Art von Objektiven werden meist als 'Objektive mit Arbeitsblende' bezeichnet. Etwas leichter wird die Sache, wenn ein Vorwahlmechanismus vorhanden ist (z.B. ein zweiter Ring zum Einstellen oder ein anderer Begrenzungsmechanismus). In diesem Fall wird der gewünschte Blendenwert voreingestellt, es passiert aber noch gar nichts. Erst wenn man vor der Aufnahme die Blende schließt, merkt man, daß sich der Blendenring nur noch bis zum voreingestellten Wert drehen läßt und dann blockiert. Der Vorteil ist, daß man hier die Blende auf den korrekten Wert schließen kann, ohne hinsehen zu müssen. Das Auge kann am Sucher bleiben und man kann sich auf das Motiv konzentrieren.